Am nordwestlichen Hang des Akropolisfelsens ragen drei höhlenartige Öffnungen hervor, die dem Kult von Pan, Zeus und Apollon geweiht sind. Die östliche Höhle war dem Gott Pan gewidmet. Laut Überlieferung trug er zum Sieg der Griechen in der Schlacht von Marathon 490 v. Chr. bei, indem er unter den Feinden Angst und Panik verbreitete. Die Athener zeigten ihre Dankbarkeit, indem sie den Kult des Gottes in der Stadt etablierten. Das Heiligtum war dreigeteilt, mit in den Fels gehauenen Nischen zur Aufnahme von Opfergaben. Die Identifikation beruht auf den Berichten von Euripides und Pausanias sowie auf dem Fund eines Votivreliefs vor Ort, das heute im Archäologischen Nationalmuseum aufbewahrt wird. Darauf ist der Gott links auf einem Felsen sitzend dargestellt, wie er die Syrinx spielt, während eine bekleidete Gestalt davor steht. In der christlichen Zeit wurde der östliche Teil des Heiligtums in eine Kapelle zu Ehren des heiligen Athanasius umgewandelt, von der heute noch Freskenreste in den Nischen erhalten sind. Die mittlere Höhle, auf das 5. Jahrhundert v. Chr. datiert, wird Zeus zugeschrieben, basierend auf den Interpretationen von Thukydides und Strabon. Die westliche Höhle, Apollon Hypakraios, war vermutlich schon ab dem 13. Jahrhundert v. Chr. in Nutzung und steht in direktem Zusammenhang mit den genealogischen Mythen über die Autochthonie der Athener. Laut Überlieferung vereinigte sich hier Apollon mit Kreusa, der Tochter des Erechtheus. Aus dieser Verbindung entstand Ion, der Stammvater der Athener. Die Identifikation des Heiligtums wurde durch die Entdeckung beschrifteter Marmortafeln bestätigt. In einer der Nischen ist eine Inschrift aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. zu sehen: Archont Errenios Dexippos. Eine weiter westlich gelegene Höhle mit einer herausgearbeiteten Plattform diente als Beobachtungsplatz für die Prozession der Panathenäen.
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