Bassae liegt in einer bergigen Region an der Grenze von Arkadien, Triphylien und Messenien nahe Figaleia und verdankt seinen Namen den kleinen Tälern des Geländes. Dort gründeten die Bewohner von Figaleia ein Heiligtum für Apollon, der als „Epikurios“ verehrt wurde, entweder als Beschützer in kriegerischen Auseinandersetzungen oder als Retter vor Epidemien.
In der weiteren Region wurden auch Artemis, Aphrodite und Demeter verehrt. Das Heiligtum des Apollon blieb in hellenistischer und römischer Zeit aktiv, wurde jedoch später aufgegeben und durch Erdbeben beschädigt.
Der Tempel des Apollon Epikurios in Bassae ist eines der bedeutendsten und originellsten Bauwerke der antiken griechischen Architektur. Er wurde um 420–400 v. Chr. errichtet und dem Architekten Iktinos zugeschrieben. Er zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination archaischer und klassischer Elemente aus und vereint alle drei Architekturordnungen: dorisch, ionisch und korinthisch.
Der Tempel besitzt eine ungewöhnliche Nord–Süd-Ausrichtung und einen länglichen Grundriss (6×15 Säulen), der sich von der üblichen Form der Zeit unterscheidet. Er besteht hauptsächlich aus lokalem Kalkstein mit Marmorelementen und umfasst Pronaos, Cella, Adyton und Opisthodom.
Im Inneren der Cella befinden sich ionische Halbsäulen, die Nischen bilden, während die zentrale Säule das älteste bekannte korinthische Kapitell trägt, ein wichtiges Element für die Entwicklung der Architektur.
Das Adyton diente vermutlich der Aufbewahrung des Kultbildes des Apollon und besitzt zudem eine seltene seitliche Tür. Außen hatte der Tempel eine dorische Frieszone, während der Innenraum mit einem 31 Meter langen ionischen Fries geschmückt war, bestehend aus 23 Marmortafeln mit Darstellungen der Amazonomachie und Kentauromachie. Dieser Fries, wahrscheinlich dem Bildhauer Paionios zugeschrieben, wurde nach der Ausgrabung 1812 im Jahr 1815 in das British Museum gebracht, wo er sich bis heute befindet. Insgesamt vereint der Tempel technische Perfektion, künstlerische Originalität und religiöse Symbolik.
http://odysseus.culture.gr/ Συντάκτης Ολυμπία Βικάτου, αρχαιολόγος
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