Die von Platon gegründete Schule war nahezu ein Jahrtausend lang ein bedeutendes Zentrum philosophischer Lehre. Besonders in der Spätantike erlebte sie unter den sogenannten Neuplatonikern eine erneute Blüte. Ihr Wirken endete jedoch abrupt im Jahr 529 n. Chr., als Kaiser Justinian per Dekret sämtliche Bildungseinrichtungen in Athen schließen ließ. Diese Maßnahme markierte nicht nur das Ende der Akademie, sondern wird oft als symbolischer Schlusspunkt der antiken Welt angesehen.
In späteren Jahrhunderten versuchten europäische Reisende und Gelehrte, den genauen Standort der platonischen Schule zu lokalisieren. Ihre Bemühungen wurden durch die Überlieferung des Ortsnamens „Kadhimeia“ unterstützt, eine sprachlich abgewandelte Form des antiken „Akademeia“.
Die ersten systematischen Ausgrabungen begannen im Jahr 1929 auf Initiative und mit den Mitteln des ägyptisch-griechischen Architekten Panagiotis Aristofron, einem Bewunderer Platons. Bis 1940 leitete er die Arbeiten persönlich. Zwischen 1955 und 1963 wurden die Ausgrabungen unter der Leitung von Phidias Stavropoulos fortgesetzt, diesmal mit Unterstützung der Archäologischen Gesellschaft Athen.
Die wichtigsten heute sichtbaren Monumente der Platonischen Akademie befinden sich an drei Hauptstellen:
1. Das „Heilige Haus“
Im ersten Bereich, innerhalb des archäologischen Hains nördlich der Drakontos-Straße, befindet sich unter einem Schutzdach das sogenannte „Heilige Haus“ aus der geometrischen Epoche (ca. 700 v. Chr.), errichtet aus ungebrannten Lehmziegeln. Daneben steht ein weiteres, noch älteres Haus aus der frühhelladischen Zeit (ca. 2500 v. Chr.) mit charakteristischem hufeisenförmigem Grundriss. Beide Gebäude sind Überreste der spärlichen prähistorischen Besiedlung, die dem Bau des Gymnasiums vorausging. In der Nähe wurde ein langgestreckter Mauerzug mit Stützpfeilern entdeckt (heute wieder überdeckt), der vermutlich mit der in antiken Quellen erwähnten Umfassungsmauer des Hains identisch ist. Weitere Mauerabschnitte sowie Steinpfeiler mit der Inschrift „ὅρος τῆς Ἀκαδημείας“ (Grenzstein der Akademie) wurden an anderen Stellen gefunden.
2. Das Gymnasion
Im zweiten Bereich, zwischen dem Haupteingang des Hains (Kratylou- und Tripoleos-Straße) und der Kirche des Heiligen Tryphon, wurde ein Teil des antiken Gymnasiums freigelegt. Sichtbar sind Reste des großen rechteckigen Hofs der Palästra, der von langgestreckten geschlossenen Räumen umgeben war. Nördlich davon diente ein Wasserbecken dem Bad der Athleten. Das Bauwerk wird gewöhnlich ins 1. Jahrhundert v. Chr. bis 1. Jahrhundert n. Chr. datiert. Nach einer alternativen Deutung könnten sich im nördlichen Teil des Komplexes die Räume der Bibliothek der Platonischen Schule befunden haben. In unmittelbarer Umgebung wurden auch Gebäudereste aus römischer Zeit entdeckt, die ebenfalls mit den sportlichen und pädagogischen Aktivitäten in Verbindung stehen dürften.
3. Das quadratische Peristyl
Am dritten Ort, an der Kreuzung der Straßen Platonos und Eukleidou, befindet sich das teilweise erhaltene sogenannte „Quadratische Peristyl“ (aus dem 4. oder 3. Jahrhundert v. Chr.) mit einer Seitenlänge von etwa 40 x 40 Metern. Die architektonische Form und die genaue Funktion des Gebäudes sind nicht eindeutig geklärt. Eine verbreitete Interpretation sieht darin die eigentliche Palästra des Gymnasiums. Bemalte Terrakottametopen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., die hier gefunden wurden, deuten auf ein älteres öffentliches Gebäude an dieser Stelle hin.