Die wichtigsten Denkmäler und architektonischen Anlagen der archäologischen Stätte von Gournia sind folgende:
Die unbefestigte Stadt erstreckte sich über die Hänge eines niedrigen Hügels. Zwei umlaufende gepflasterte Straßen, die von rechtwinklig verlaufenden, oft treppenartigen Straßen gekreuzt wurden und alle an ein Entwässerungssystem angeschlossen waren, bildeten Baublöcke, von denen sieben bereits ausgegraben wurden. Die zweistöckigen Häuser (die größten etwa 5 × 5 m) teilten sich gemeinsame Außenwände. Heute sind noch die Lager- und Werkstattbereiche im Erdgeschoss sowie die Keller erhalten, die über Holztreppen von oben zugänglich waren. Das Obergeschoss, in dem sich die eigentlichen Wohnräume befanden, war über eine Treppe direkt von der Straße aus erreichbar. Die unteren Mauern waren aus Stein gebaut, während das Obergeschoss aus Lehmziegeln bestand.
Gournia vermittelt ein Bild des Alltagslebens der Minoer, die Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Töpferei und Weberei betrieben, wie die gefundenen Werkzeuge (Meißel, Angelhaken, Hämmer usw.) belegen. Die Ausgrabungen brachten auch feinere Keramikgefäße wie Rhyta und rituelle Gefäße ans Licht.
Der Palast — Sitz eines lokalen Herrschers — befindet sich auf der Hügelspitze westlich eines rechteckigen Hofes, von dem mehrere Privathäuser zugänglich waren. Er bildete vermutlich das Zentrum und möglicherweise auch den Marktplatz der Siedlung. Eine Reihe von stufenartigen Sitzplätzen in L-Form lehnt sich an die Südseite des Palastes und blickt auf den Hof. Dort saßen vermutlich Zuschauer bei religiösen Zeremonien, was auf einen einfachen „Theaterraum“ hinweist.
Hinter der Treppe befindet sich ein kleiner Raum, dessen Boden aus einer Steinplatte mit Öffnungen besteht, die als Plattform für Opferhandlungen, insbesondere Stieropfer, interpretiert wird. Daneben befindet sich ein „Kernos“, ein kleiner Stein mit Vertiefungen für Opfergaben. Die Westseite des Palastes, die auf einen kleinen gepflasterten Hof blickte, hatte eine monumentale Erscheinung mit dekorativen Nischen und Vorsprüngen, einem zentralen Eingang und heute nicht mehr erhaltenen Fenstern.
Das Innere des Palastes ist schlecht erhalten, enthielt jedoch verschiedene offizielle Räume sowie Lagerräume, über denen sich vermutlich größere Räume befanden. Die zentrale Halle war durch eine Säulenreihe aus runden Holzsäulen, abwechselnd mit quadratischen Steinpfeilern, vom Hauptinnenhof getrennt. Nördlich des Palastes, unabhängig von ihm, befindet sich ein kleines öffentliches Heiligtum der minoischen Schlangengöttin, das über eine Sackgasse zugänglich ist. Es handelt sich um einen quadratischen Raum (3 × 4 m) mit einer Bank an der Südseite zur Aufstellung kultischer Gegenstände, darunter Terrakottafiguren der Göttin mit erhobenen Armen, ein dreibeiniger Altar und sogenannte Schlangenschläuche.