An der Westseite des heiligen Felsens der Akropolis, unmittelbar westlich der Propyläen, befindet sich das sogenannte Beulé-Tor, das heute als Haupteingang zur archäologischen Stätte dient. Errichtet wurde es in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr., wahrscheinlich nach dem verheerenden Einfall der Heruler im Jahr 267 n. Chr. Die Anlage war Teil umfangreicher Verteidigungsmaßnahmen, mit denen die Akropolis vor weiteren Übergriffen geschützt werden sollte. Zu diesem Zweck errichtete man westlich der Propyläen eine massive Befestigungsmauer mit zwei Toren: eines unterhalb des Athena-Nike-Tempels und ein weiteres weiter westlich, das später nach dem französischen Archäologen Ernest Beulé benannt wurde, der 1852 dort Ausgrabungen durchführte. Das Tor selbst wird von zwei rechteckigen Türmen flankiert – einer im Norden, einer im Süden. Für den Bau verwendete man Spolien, also Baumaterial aus älteren Bauwerken, insbesondere architektonische Elemente des choregischen Monuments des Nikias aus dem späten 4. Jahrhundert v. Chr., das sich ursprünglich an der Südflanke der Akropolis befand. Heute sind davon nur noch die Fundamente zwischen dem Dionysostheater und der Stoa des Eumenes zu sehen. Auf dem Architrav des Tores ist noch immer eine eingemauerte Weiheinschrift erkennbar, die den choregischen Sieg des Nikias, Sohn des Nikodemos, dokumentiert.
http://odysseus.culture.gr/ Συντάκτης Ιωάννα Βενιέρη, αρχαιολόγος