Auf dem archäologischen Gelände von Klopedi sind die Überreste zweier archaischer Tempel erhalten, die als Tempel A und B bekannt sind. Das Heiligtum gilt als das älteste erhaltene Heiligtum auf Lesbos und ist ein bedeutendes Denkmal für die Geschichte der Architektur, da es ein einzigartiges Beispiel des äolischen Stils in der griechischen Welt darstellt. Tempel A gilt als der ältere der beiden und wird in die frühe archaische Zeit datiert. Besonders bedeutend sind die mykenischen und geometrischen Überreste, die innerhalb seiner Fundamente entdeckt wurden. Zahlreiche Architekturfragmente und ein charakteristisches äolisches Kapitell liefern Hinweise auf die architektonische Form und den steinernen Oberbau des Tempels A. An der nordwestlichen Ecke des Tempels B sind zwei Säulenbasen in situ erhalten, wodurch sich schätzen lässt, dass die umlaufende Säulenhalle des Tempels insgesamt 46 Säulen umfasste. Der Kern des Tempels B bestand aus einem einräumigen Saal mit einer inneren U-förmigen Säulenstellung und einer Basis für die Kultstatue im hinteren Bereich. Der Tempel wird in die späte archaische Zeit datiert, während die erhaltenen Baureste auf frühere Bauphasen hinweisen. Nördlich des Tempels B wurde ein bedeutendes elliptisches Gebäude aus geometrischer Zeit entdeckt. Die im Heiligtum verehrte Gottheit wurde mit dem Napeischen Apollon in Verbindung gebracht. Neuere Funde, darunter ein Fragment einer Tonplatte mit eingeritzter Inschrift und ein Teil einer bronzenen Kouros-Figur, erhärten die Annahme, dass das Heiligtum von Klopedi Apollon, dem Gott des Lichts und der Musik, geweiht war.
http://odysseus.culture.gr// ΣΥΝΤΑΚΤΗΣ Κοκώνα Ρούγγου, αρχαιολόγος & Νικόλαος Δουλουμπέκης, Γεωργία Κοσσυφίδου, αρχαιολόγοι